Der ArbeitsALLtag

An Bord ist für die Astronauten im Prinzip jede Minute verplant. Auch wenn sie wie die meisten von uns auf der Erde eine Fünftagewoche haben und am Wochenende frei, sind sie von sechs Uhr früh bis halb zehn abends im Einsatz.

Um ein Gefühl für einen Astronautentag zu bekommen, versuchen wir, den aktuellen Stundenplan der Crew hier darzustellen – freilich können wir für die Darstellung nicht so viel Aufwand betreiben wie für die operationelle Software bei uns im Kontrollraum, weshalb es zu Abweichungen zwischen der „echten Timeline“ und der hier präsentierten kommt. Weiterhin haben wir uns entschieden, nur die von uns verantworteten Aktivitäten zu beschriften und die der anderen Partner (NASA, JAXA, RSA, CSA) nur als Boxen ohne Details darzustellen.

Viel Spass!

Deutsche Astronauten auf der ISS

ESA-Astronaut Alexander Gerst

Unter dem Motto „shaping the future – Zukunft gestalten“ nutzte Alexander Gerst an Bord der ISS neben operativen Aufgaben die besonderen Bedingungen des Weltraums wie zum Beispiel die Schwerelosigkeit, um circa 100 spannende Experimente in 166 Tagen durchzuführen. 35 Experimente kamen aus Europa - die meisten dieser im internationalen Wettbewerb ausgewählten Projekte stammten dabei aus deutschen Forschungseinrichtungen. Alexander Gerst ist selbst Wissenschaftler. Als er als Mitglied der Expeditionen 40 und 41 sozusagen als „langer Arm“ für die Forscher sechs Monate lang auf der Raumstation arbeitete, war ein großes Wissenschaftler-Team darauf angewiesen, dass er im All ihre Experimente gewissenhaft und erfolgreich durchführt. Das ist eine große Verantwortung.

Mehr über Alexander Gerst und seine Mission unter alexandergerst.esa.int.

Thomas Reiter

Im Jahr 1989 begann die ESA mit der Suche nach geeigneten Kandidaten für ihre zweite Astronautengruppe. Mehr als 22.000 Männer und Frauen aus ganz Europa bewarben sich - darunter auch der damalige Jagdbomberpilot der Bundeswehr Thomas Reiter. Mit vier weiteren Männern und einer Frau wurde Reiter 1992 für das ESA-Astronautenteam ausgewählt und absolvierte 1993 seine Grundausbildung im Europäischen Astronautenzentrum in Köln.

Sein erster Raumflug brachte ihn am 3.9.1995 im Rahmen der Mission Euromir 95 für 179 Tage auf die russische Raumstation MIR, wo er 41 wissenschaftliche Experimente durchführte. Außerdem absolvierte Reiter die ersten beiden Außenbordeinsätze eines deutschen Raumfahrers.

Am 4. Juli 2006 startete Thomas Reiter an Bord des Space-Shuttles Discovery zur ISS. Dort verstärkte er als Flugingenieur die ISS-Expeditionen 13 und 14 und erfüllte das 36 Experimente umfassende ESA-Forschungsprogramm „Astrolab“. Zudem absolvierte Reiter erneut einen Weltraumausstieg. Am 22. Dezember 2006 kehrte er mit der STS-116-Crew der Raumfähre Discovery nach 171 Tagen im All wieder zur Erde zurück. Damit ist er nach seinen beiden Halbjahresflügen der mit 350 All-Tagen weitaus erfahrenste und bisher einzige europäische Astronaut mit zwei Langzeitmissionen.

Von April 2011 bis Dezember 2015 war er Leiter des ESA-Direktorats für Bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb mit Sitz im Europäischen Satellitenkontrollzentrum der ESA (ESOC) in Darmstadt. Heute ist Thomas Reiter ESA-Koordinator internationale Agenturen und Berater des Generaldirektors.