Die Experimente im Columbus-Weltraumlabor

Biolab

Das Rack ist wirklich ein vielseitiges biologisches Labor, was durch die Forschergemeinde benutzt werden kann, um Wissenschaft mit Pflanzen, kleinen Tieren oder Kleinstorganismen zu betreiben. Es kann grob unterteilt werden in einen automatischen Teil (links) und einen Bereich, an dem der Astronaut selbst Hand anlegen muss (rechts).

Letzterer enthält zunächst die entsprechende Ausstattung, um Videosignale aus dem Rack verarbeiten zu können. Darunter ist eine ausfahrbare „Glovebox“ integriert, in der die Besatzung isoliert von der ISS-Atmosphäre mit Stoffen hantieren kann, die nicht in die Umgebung entweichen sollen: Chemische Substanzen oder auch Bakterienkulturen. Die „Glovebox“ kann auch durch die rackeigene Ozonanlage desinfiziert werden, um Kontaminationen zu verhindern. Unter der Glovebox befinden sich zwei Thermoschränke, die zum Kühlen oder Wärmen von Probenkulturen oder Experimentsubstanzen benutzt werden können.

Der automatische Bereich von Biolab aber ist das eigentliche Herzstück der Anlage: Hier können zwei Zentrifugen mit Probencontainern bestückt werden. Durch die Zentrifugen können diese mit Sauerstoff, Kohlendioxid oder Licht versorgt werden – allem, was biologische Proben zum Gedeihen brauchen. Über die Zentrifugen können nun verschiedene Stärken der Schwerkraft simuliert werden – von „0g“ bis zu „2g“, der doppelten Erdanziehungskraft. Ein kleiner Roboterarm erlaubt das automatische Nehmen von Proben aus den Containern und deren Analyse in einem Mikroskop und einem Spektrometer – alles vollautomatisch und vom Boden aus ferngesteuert.

Mit Biolab versucht man etwa, dem Pflanzenwachstum auf den Grund zu gehen: Richtet sich der keimende Samen nach den Schwerelinien der Erde aus – und was passiert, wenn diese schwächer sind oder gänzlich verschwinden?